Ist bei den Holzfällern etwas im Busch?

Aachen, 28. Februar 2012

Lasse KlopsteinWenn der Aachener Stadtbetrieb einkaufen geht, dann ist es ähnlich wie bei Hartz IV-Betroffenen. Für alles notwendige reicht das Geld nicht, also muss man schauen, was am dringendsten gebraucht wird und, ob man vielleicht irgendwo ein Schnäppchen findet.

Wo Hausfrauen und -männer eine stundenlange nervtötende Rennerei haben und kiloweise Prospekte lesen müssen, in denen tolle Sachen sind, die man sich nicht leisten kann, gibt es beim Aachener Stadtbetrieb eine elfköpfige Einkaufsabteilung, die sich nicht nur mit durchbürokratisierten europaweiten Ausschreibungen herumschlagen muss, sondern auch mit Fragen wie „Kann man den billigeren Schneepflug nehmen, oder kostet der am Ende mehr, weil den unsere Werkstatt nicht selber reparieren kann?“

Und - was hat das mit den schwarz/grünen Holzhackerbuam zu tun?

Die Ratsmehrheit möchte fortan im Ausschuss bei der Einkaufsplanung mitreden. Schließlich hat das was gebraucht wird, ja damit zu tun, was der Stadtbetrieb so machen soll. Ob es ihnen darum geht, dass sie statt Laubbläsern lieber mehr Kettensägen zum Fällen anschaffen wollen, oder ob es hier gar um das gezielte Kaputtsparen ganzer Abteilungen geht, das anschließend dazu führt, dass mit dem Geld der Aachenerinnen und Aachener zukünftig lohndrückende Zeitarbeitsfirmen gepäppelt würden, das haben sie noch nicht verraten.

Was es auch ist, DIE LINKE. wird ihnen auf die Finger schauen. Wir stehen zum Prinzip „Anständiger Lohn für anständige Arbeit”. Denn es kommt unsere Gesellschaft nur scheinbar billiger, wenn man „outsorced“ und die Betroffenen anschließend Hartz IV beziehen, weil die gezahlten Hungerlöhne nicht reichen.

Wir stehen zu unserem Stadtbetrieb und den Kolleginnen und Kollegen, die hart arbeiten, damit unser Aachen lebenswert bleibt.