Schlechte Noten für das Jobcenter

„Initiative Netzwerk SGB II“ befragt knapp 400 Hartz-IV-Bezieher. Diese klagen vor allem über schlechte Erreichbarkeit und Unfreundlichkeit.

Aachen, 13. Januar 2012

 

Initiative Netzwerk SGB IIDie Ergebnisse der „Unabhängigen Kundenzufriedenheitsumfrage“ bei Beziehern von Leistungen nach den Hartz-IV-Gesetzen, die von der "Initiative Netzwerk SGB II" ausgewertet wurden, müssen für das Jobcenter in der Städteregion Anlass zu dringendem Handlungsbedarf sein. So sind u.a. die Sachbearbeiter schlecht zu erreichen, der Umgangston mit den Kunden ist nicht unbedingt als freundlich zu bezeichnen, die Qualität der Beratung ist - vorsichtig formuliert - "ausbaufähig", die Bescheide sind unverständlich – und bei wem man sich im Zweifel über all das beschweren kann, ist vielen Betroffenen nicht bekannt. In einer Stellungnahme sagt die Sprecherin des Netzwerks Helga Ebel, dass Erfahrungen aus anderen Jobcentern zeigten, dass Callcenter wenig Verbesserungen brächten. Zusätzlich fordere man daher unter anderem, dass die Durchwahlnummern aller Jobcenter-Mitarbeiter sowie Vertretungsregelungen publik gemacht werden und dass in allen Geschäftsstellen Notsprechstunden eingerichtet werden. Auch die hauseigene Beschwerdestelle müsse viel bekannter gemacht werden. Denn nur 15 Prozent der Befragungsteilnehmer hätten gewusst, dass es eine solche im Jobcenter gibt.

„Wer arbeitslos ist, hat ohnehin wenig Selbstwertgefühl. Wenn er sich dann auch noch im Jobcenter erniedrigt oder respektlos behandelt fühlt, hat das die gleiche Stresswirkung wie bei einem Unfall“, erklärt Helga Ebel. Die Mitarbeiter müssten viel besser auch in ihren sozialen Kompetenzen geschult werden.

Den Fragebogen zur Umfrage können Sie hier einsehen.