Über Pläne wird wenig bekannt

Wie die Bevölkerung im Falle einer atomaren Katastrophe in Tihange geschützt werden soll, sagt die Verwaltung im Bürgerforum nicht deutlich

Aachener Nachrichten, 17. Juni 2015, Seite 15

Leo Deumens   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Von Werner Czempas

Aachen. „Wir wissen, was wir zu tun haben. Wir wissen, wie wir die Bevölkerung zu schützen haben.“ Was aber genau gewusst und was genau getan und wie geschützt wird im Fall einer atomaren Katastrophe im von Aachen nur 65 Kilometer entfernten belgischen Atomkraftwerk Tihange, dazu ließ sich Umweltdezernent Lothar Barth gestern Abend im Bürgerforum nur sehr zurückhaltende Aussagen entlocken. Im Forum wurde der mit 61 detaillierten Punkten gespickte Fragenkatalog des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie diskutiert: „Wie ist die Region auf einen schweren Atomunfall im nahe gelegenen AKW Tihange vorbereitet?“

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Einig waren sich die Fraktionen im Dank an das Aktionsbündnis, das seit vielen Jahren hervorragende Arbeit leiste. Doch das Dilemma liegt auf der Hand: „Letzten Endes sind wir einem Atomvorfall nicht gewachsen“, sagte Leo Deumens von den Linken. Für die Politiker ist klar: Nichts ist sicherer als die Stilllegung des Tihange-AKW. Auf seine Resolution vom 20. Mai des Jahres wurde verwiesen, in der der Stadtrat sich einstimmig für die Abschaltung von Tihange aussprach. Bundes- und Landesregierung werden darin ebenfalls aufgefordert, sich für eine Abschaltung einzusetzen.

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