Rund ums Neue Kurhaus herrscht weiter Ratlosigkeit vor

Beratungstermin zwischen Westspiel und der Verwaltung platzte. So konnte der Betriebsausschuss Eurogress wieder nichts beraten.

Aachener Nachrichten, 10. Juni 2015, Seite 13

Matthias Fischer   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen) Von Wolfgang Schumacher Aachen. Nur eines steht fest: Die Tage des einstmals als richtig stylish empfundenen Lenné-Pavillons am Neuen Kurhaus sind gezählt, er kommt weg. Doch was und wann mit dem klassizistischen Hauptbau neben dem Eurogress passieren wird, ist auch nach dem Auszug des Westspiel-Kasinos am vorigen Wochenende weiterhin überhaupt nicht klar.

Wieder kein auch noch so dünner Lichtstrahl erhellte das Dunkel, das die mehr als 20 Millionen Euro teuren Pläne zur Ertüchtigung des Neuen Kurhauses seit Monaten umgibt. Nichts Neues gab es gestern in der Sitzung des Betriebsausschusses Eurogress, der sich zum wiederholten Male und trotz anderer Beschlusslage nicht getraute, der Verwaltung richtig Dampf zu machen. Denn OB Marcel Philipp und seine Stadtverwaltung warten nach wie vor auf Ergebnisse der bislang völlig ergebnislosen Suche, die einen potenten Partner für die Westspiel-Gruppe nach dem völligen Umbau des alten Gebäudes bringen soll.

Denn wiederholt hatten der landeseigene Spielbankbetreiber betont, dass er unbedingt bei einer Rückkehr vom Interimsstandort Tivoli einen Partner neben sich haben möchte, der dann später auch „Frequenz“ beim Publikumsbesuch bringen könne. Der fromme Wunsch geriet ins Wanken, als der große bundesweite Varieté-Betreiber GOP den Aachener Standort verschmähte. Westspiel handelte eine Ausstiegsklausel im Vertrag aus. Denn bei einer momentan immer deutlicher ins Spiel gebrachten „1b-Lösung“, wie das Ausschussmitglied Boris Linden (SPD) nannte, haben die Spielbankbetreiber bislang ausdrücklich Bedenken geäußert. Danach soll das unter Chefin Kristina Wulf durchaus erfolgreich agierende Euro­gress die benachbarte Örtlichkeit gleich mitbespielen – auch wenn doch noch ein neuer Ankermieter gefunden wird. Das jedenfalls forderte am deutlichsten die Linken mit Matthias Fischer, der den Gesamtkomplex Neues Kurhaus am besten schon heute in die Obhut von Kristina Wulf geben möchte: „Das ist eine absolut kompetente Leitung, die das kann“, argumentierte Fischer wiederholt. Der Ausschuss insgesamt hatte sich bis gestern eigentlich eine Frist gesetzt für die Entscheidung darüber, wie es mit denn nun weitergehen solle. Doch letzte Woche war ein Treffen zwischen Westspiel und der Verwaltung geplatzt, wieder geht es vor der anstehenden Sommerpause nicht weiter.

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