Park+Ride-Plätze nur selten ausgelastet

Positiver Trend auf niedrigem Niveau: Verkaufszahlen steigen gegenüber dem Vorjahr von 1950 auf 5560 Tickets. „Kleines Element“.

Aachener Nachrichten, 27. Mai 2015, Seite 17

Andreas Müller   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Von Gerald Eimer

Aachen. Ein zweites Weihnachtsfest im Jahr wäre schön, sinnierte Andreas Müller von den Linken, als im Mobilitätsausschuss über die Erfolge des Park+Ride-Angebots (P+R) in Aachen diskutiert wurde. Denn regelmäßig in der Vorweihnachtszeit gehen die Nutzerzahlen auf den vier P+R-Plätzen in die Höhe.

Von einer „positiven Tendenz auf sehr niedrigem Niveau“ sprach denn auch Grünen-Verkehrspolitiker Wilfried Fischer mit Blick auf die dem Ausschuss vorgelegten Zahlen. Demnach haben sich im Jahr 2014 die Verkaufszahlen des P+R-Tickets gegenüber dem Vorjahr von 1950 auf 5560 Tickets fast verdreifacht. Die größte Nachfrage wurde im Dezember mit 1985 Tickets registriert. In dieser Zeit ist der Parkdruck in der Innenstadt erfahrungsgemäß besonders hoch.

FDP-Politiker Peter Blum wertet das saisonale P+R-Hoch auch als gutes Zeichen dafür, dass der Verkehr in Aachen in der übrigen Zeit des Jahres gut fließe und die Innenstadt nach wie vor gut erreicht werden kann. Politiker, die eher die Verkehrsreduzierung und Luftreinhaltung im Blick haben, würden sich hingegen größere Erfolge für das P+R-Konzept wünschen.

Kein Geld vorhanden

Seit den 1990er Jahren unternimmt die Stadt Versuche, die mit Autos anreisenden Aachen-Besucher möglichst schon am Stadtrand abzufangen und zum Umstieg auf Busse und Bahnen zu bewegen. Doch was entlang der Bahnstrecken inzwischen recht gut funktioniert, will an den großen Einfallsstraßen Krefelder Straße, Vaalser Straße, Monschauer Straße und Jülicher Straße nicht recht gelingen. Ausgelastet sind die dort eingerichteten P+R-Plätze nur selten. Und daran hat auch ein attraktives Ticketangebot nur wenig geändert. So können aktuell bis zu fünf Personen für fünf Euro mit dem Linienbus in die Stadt und wieder zurückfahren.

Ob es die Stadt womöglich am nötigen Engagement und Marketing für P+R fehlen lasse, stellte Grünen-Vertreter Fischer zur Debatte. Für eine breit angelegte Kampagne sei jedoch kein Geld vorhanden, gaben umgehend die Verkehrspolitiker von CDU und SPD zu verstehen. Aktuell stehen fürs Marketing gerade mal 20 800 Euro zur Verfügung.

Erfolge der Niederländer

Innerhalb des Gesamtpakets zur Verkehrsreduzierung bleibt das P+R-Konzept somit „ein kleines Element“, wie der städtische Verkehrsplaner Uwe Müller ausführte, „aber wir wollen das Potenzial nutzen“. Vor allem im Internet wolle man verstärkt auf das P+R-Angebot hinweisen und dies auch mit Events wie Kunsthandwerkermarkt, Innenstadt-Flohmärkten oder September Special verknüpfen. Um auch Besucher jenseits der Grenzen anzusprechen, sei auch an Werbematerial in niederländischer und französischer Sprache gedacht. Ein weiterer P+R-Platz könnte zudem in Lichtenbusch eingerichtet werden.

An den Erfolgen der Niederländer mit ihrem P+R-Angebot in Maastricht wollen sich die Aachener vorerst nicht orientieren: Dort sind die innerstädtischen Parkhäuser so teuer, dass viele Besucher lieber die kostenlosen Plätze außerhalb und den günstigen Shuttleservice nutzen.