Anwohnerparken auch für Fahrräder?

Aachen, 19. September 2016

Poker (Photo: Ingolf (flickr), CC BY-SA 2.0)

Wer mit dem Auto in eine Anwohnerparkzone fährt, muss einen Parkschein ziehen. Wer einen Anwohnerparkausweis hat, darf kostenlos parken. Dieses Konzept möchte Die Linke nun auch auf Fahrräder übertragen, wenn auch nicht komplett „Natürlich soll das Abstellen von Fahrrädern kein Geld kosten“ erklärt Fraktionsvorsitzender Leo Deumens, „uns geht es um sichere Fahrradboxen“.

Im Jahr 2015 wurden in Aachen 2.318 Fahrraddiebstähle angezeigt. Ein Grund, gerade hochwertige Fahrräder nicht auf der Straße stehen zu lassen. Wohnung oder Keller scheiden aber auch häufig aus. „Ein Pedelec wiegt schon einige Kilogramm“ erklärt Ratsherr Georg Biesing, „Da habe ich schon bei meinen drei Stufen Probleme“.

Schneller mit dem Rad zum Klinikum.

Linke will Verkehrsprobleme lösen – Klinikumbau im Blick

Aachen, 2. Juni 2016

Das Klinikum der RWTH ist zur Heilung der Kranken da. Der tägliche Verkehr, den das riesige Gebäude täglich erzeugt, kann dagegen krank machen. Wenn die 4.700 Mitarbeiter*innen und zahlreiche Besucher*innen sich auf den Weg zum Arbeitsplatz bzw. zum Besuch von Angehörigen machen, fällt die Wahl immer noch oft, zu oft, auf das Auto.

Die Busanbindung wurde in den vergangenen Jahren bereits verbessert. Eine preiswerte Monatskarte für Mitarbeiter*innen gibt es auch. „Für Radfahrer ist die Anreise wenig attraktiv“, findet Andreas Müller, mobilitätspolitischer Sprecher der Linken.

Öffentlicher Nahverkehr: Bald billiger und ohne Fahrschein?

Linke lädt zur Diskussion

Aachen, 22. April 2016

Matthias BärwolffEigentlich sind sich die Nahverkehrs- und Umweltexperten einig: Wenn die Luft besser, das Straßennetz von Staus befreit werden soll, müssen mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Dazu muss der ÖPNV attraktiver werden.

Doch es läuft aktuell eher in die Gegenrichtung: Während Benzin billig ist wie schon lange nicht mehr, steigen die Fahrpreise im Nahverkehr weiter kontinuierlich an, in der Städteregion jeweils um mindestens 3%, stets durchgewunken von den politischen Mehrheiten. Preiswerte Angebote gibt es zwar, z.B. in Form des Job-Tickets, aber ihre Nutzung durch Unternehmen ist freiwillig. Als neue Herausforderung gibt es in der Stadt Aachen seit kurzem die Umweltzone.

CDU hat billig geparkt - Linke schickt Knöllchen

Parkraumbewirtschaftung kommt wieder auf die Tagesordnung

Aachen, 17. Februar 2016

StrafzettelIn Aachen kann der Besucher, anders als in Köln, Maastricht und vielen anderen Städten, sein geliebtes Auto in der Innenstadt für kleines Geld am Straßenrand parken. Die CDU will offenbar, dass sich daran nichts ändert. Deshalb hat sie das Thema kurzerhand von den Tagesordnungen des Mobilitätsausschusses und des Umweltausschusses genommen.

„Ich verstehe das nicht. Die Verwaltung hat hier ein wichtiges Thema angesprochen“, wundert sich Andreas Müller, verkehrspolitischer Sprecher der Linken.

Verteuerung des Sozialtickets nicht vertretbar

Fahrschein für Arbeitssuchende wird um 7,2% teurer. Weitere Erhöhung möglich.

Aachen, 18. Dezember 2015

Andreas Müller (Photo: Andreas Schmitter)Die jährliche Fahrpreiserhöhung im Aachener Verkehrsverbund ist schon ein eingeübtes Ritual. Die Prozentzahl variiert, liegt aber meistens über der allgemeinen Teuerungsrate. Die Fahrgäste werden also immer stärker zur Finanzierung des Nahverkehrs herangezogen. Das ist schlimm genug. Zumindest die Aachener_innen, die gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt mit ALG II zu bestreiten, waren bislang von den Preissteigerungen ausgenommen. Das ist auch logisch, denn nach wie vor enthält das ALG II keine angemessene Pauschale für die Mobilität. „Wer arm ist,“ so Linke-Fraktionsvorsitzender Leo Deumens, „ist auch in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.“

Immerhin gibt es in der StädteRegion Aachen seit 2009 eine verbilligte Monatskarte für Bezieher von Transferleistungen. Nachdem die Linke vier Jahre lang dafür gestritten hatte, wurde das Ticket schließlich eingeführt. „Einen kleinen Wermutstropfen gab es,“ erinnert sich Andreas Müller, mobilitätspolitischer Sprecher der Linken. „Außer der Linken war keine Partei bereit, Geld zur Finanzierung des Tickets bereitzustellen.“ Vielmehr wurde der AVV beauftragt, das Ticket innerhalb seiner Kalkulation darzustellen. Das führte zu einem recht hohen Preis (29,80€) und einer lebensfernen Einschränkung: Der Fahrschein galt erst ab 9 Uhr.

2011 erklärte sich immerhin das Land NRW bereit, Sozialtickets zu bezuschussen. Daraufhin reduzierte der AVV den Preis auf 27,80€ und hob die 9-Uhr-Beschränkung auf. Das Mobil-Ticket, wie es vom AVV angenehm diskriminierungsfrei genannt wird, erfreut sich seitdem steigender Beliebtheit. Obwohl es eigentlich immer noch zu teuer ist, entschließen sich viele Bezieher von Transferleistungen in der Städteregion, das Ticket zu nutzen, aktuell mehr als 18.000. Müller: „Viele Menschen haben mit Hilfe des Fahrscheins ein Stück Bewegungsfreiheit zurückgewonnen.“