Nazis auf Klebetour im Frankenberger Viertel – Linke schreibt Polizeipräsidenten an

Aachen, 4. April 2017

Michael Bredohl (Photo: Andreas Schmitter)Wer in diesen Tagen die ersten warmen Sonnenstrahlen im Freien genießen möchte, erlebt im Frankenberger Viertel eine böse Überraschung. Verschiedene Nazigruppen haben die schöne und weltoffene Wohn- und Freizeitgegend mit ihren fremdenfeindlichen Parolen übersät.

„Leider konzentrieren sich derzeit viele Naziaktivitäten bei uns im Frankenberger Viertel“ sagt Linke-Ratsherr Michael Bredohl. „Unter dem Deckmantel verschiedener Bezeichnungen, u. a. IA, IB und Syndikat 52 wird versucht, ein Klima der Angst zu schaffen. Neben diversen Klebeaktionen im Viertel versuchten Nazis die Frankenberger Burg als Hintergrund für ein menschenverachtendes Transparent zu missbrauchen.“

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass hinter Syndikat 52 die 2012 verbotene Kameradschaft Aachener Land steht,“ erläutert Renate Linsen – von Thenen, Vertreterin ihrer Fraktion beim Runden Tisch gegen Rechts. „Bislang sind sie einem Verbot als Nachfolge-Organisation dadurch entkommen, dass sie sich nach außen als Freizeitclique getarnt haben. Aber die Maske ist jetzt eindeutig gefallen.“

Aus diesem Grund hat Die Linke den Polizeipräsidenten Dirk Weinspach angeschrieben, um nachzufragen, welche personellen Überschneidungen zwischen den Nazigruppen bestehen und ob ein Verbot des Syndikat 52 als Ersatzorganisation geprüft wird.

Allerdings macht sich Die Linke keine Illusionen, dass mit einem Verbot auch das rechte Gedankengut verschwindet. „Wir erleben im Rat, dass die Biedermänner der Allianz für Aachen immer ungehemmter mit ihrem menschenverachtenden Gedankengut brandstiften“, ergänzt Fraktionsvorsitzender Leo Deumens. „Rechte Gruppierungen treten in Folge immer dreister in der Öffentlichkeit auf. Diesen Umtrieben muss entschieden entgegengetreten werden!“