Die Rückkehr der FDP zur Spaßpartei?

Aachen, 17. Mai 2011

Lasse Klopstein   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Am 16. Februar beriet die Bezirksvertretung Aachen-Mitte über die Erneuerung von Bushaltestellen, vorrangig über die Haltestelle Diepenbenden stadteinwärts. Diese ist bislang enorm gefährlich, da es auf der Eupener Straße einen Radweg auf Bürgersteigniveau gibt und es aufgrund der Busbucht an dieser Stelle sehr eng ist. Daher wird sie nun zu einer „Fahrbahnrand-Haltestelle“ umgebaut, wodurch im Haltestellenbereich ein kombinierter Geh- und Radweg von 5,75 m Breite entstehen soll.

Wie üblich wurde dies von der FDP abgelehnt, da sie hierdurch den Autoverkehr eingeschränkt sieht. Auch das Argument, dass die Fahrspur an dieser Stelle 5,50 m breit ist (Autos können so problemlos am haltenden Bus vorbei) überzeugte die Liberalen nicht. Selbst die Tatsache, dass es hier immer wieder zu lebensgefährlichen Situationen kommt, bis hin zu einem schlimmen Unfall, der sich vor einiger Zeit zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger ereignete, konnte die Autofahrerpartei nicht umstimmen.

Nun könnte man davon ausgehen, dass die Freidemokraten Probleme damit haben, sich in Menschen außerhalb von Autos hineinzuversetzen, doch weit gefehlt! Die Aachener Liberalen befassen sich nun mit dem Radverkehr...

Nur einen Monat später lag plötzlich ein Antrag der FDP auf dem Tisch, der die Verwaltung aufforderte, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Radwegen zu prüfen, kombiniert mit grandiosen Ideen, u.a. Schwellen auf Radwegen.

 

Ob diese "innovative Radweg-Erneuerung" im Zusammenhang mit liberal-karnevalistischen Aktivitäten steht, oder ob die FDP zum Spaßwahlkampf von 2001 zurückkehren möchte, wird die Zukunft zeigen. Ganz bestimmt jedoch wird der Antrag, der sich auf der Tagesordnung des Mobilitätsausschusses am 19. Mai 2011 befindet, für allgemeine Erheiterung sorgen.

Weniger begeistert ist am 17. Mai 2011 der Antrag zum "zeitsparenden ICE-Verkehr zwischen Frankfurt und London" (ohne Halt in Aachen) der Kölner Freidemokraten aufgenommen worden. Dieser Spaß ging dann sogar den Aachener Kollegen zu weit.