Sozialticket kommt verspätet

ARGE verhindert kundenfreundliche Regelung

Aachen, 28. Januar 2011

Andreas Müller   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Eigentlich sollten Arbeitssuchende längst damit unterwegs sein. „Sozialticket kommt – Am 1.1.2011 geht es los“. So hatte es die Politik in Aachen und in der Städteregion beschlossen. Der Aachener Verkehrsverbund machte sich an die Umsetzung des Beschlusses – und wurde von der ARGE ausgebremst!

Die fortwährenden Verzögerungen veranlassten uns einen Sachstandsbericht einzufordern. Dieser war nun Bestandteil der Tagesordnung im Mobilitätsauschuss am 27.1.11.

Eine Zusammenfassung:

Die Hartz-IV-Behörde weigert sich beharrlich, bei der Umsetzung mitzuwirken. Das ist höchst ärgerlich, denn nur mit Hilfe der ARGE wäre ein kundenfreundlicher Vertrieb der preisreduzierten Monatskarte möglich. Das heißt: Die ARGE hätte allen Arbeitssuchenden, die das wünschen, das Ticket per Post zuschicken können.

Stattdessen wird die ARGE nun lediglich einen Berechtigungsschein ausstellen. Damit müssen Arbeitssuchende zu einer Fahrkartenverkaufsstelle des AVV gehen und sich dort als arbeitslos „outen“, um dann durch Vorlage des Scheins ihr Sozialticket zu bekommen, und das wahrscheinlich Monat für Monat. Denn im Abonnement soll es die neue Monatskarte nicht geben.

Die ARGE verschanzt sich hinter juristischen Argumenten. Wie seltsam: Im Kreis Düren ist die Zusendung des Tickets durch die Sozialbehörde kein Problem!

Im Kreis Düren stimmt auch der Preis. Ganze EUR 15.- kostet das Sozialticket dort und wird so seinem Anspruch gerecht.

In der Städteregion wird die Monatskarte EUR 29,80 kosten, also fast das Doppelte! Und es gilt erst ab neun Uhr. Wer früher einen Termin hat, z.B. bei der ARGE, für den ist das Ticket wertlos.

Immerhin: Nach jahrelangem Druck durch DIE LINKE will nun die neue Landesregierung Sozialtickets bezuschussen. Bald, erklärte jetzt AVV-Geschäftsführer Sistenich, könnte das Sozialticket billiger werden. Die Neun-Uhr-Grenze soll auch fallen. So die Versprechung des AVV.

DIE LINKE in Aachen und in der Städteregion bleibt dran. Wir haben das Sozialticket auf die Tagesordnung gesetzt, und wir geben nicht eher Ruhe, bis es für Menschen ohne Arbeit zu einem vertretbaren Preis und im Abonnement zu haben ist.