"Drogenbus" ist kein Ersatz für einen Drogenkonsumraum

Aachen, 7. Dezember 2010

Lasse Klopstein   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Vor allem heroinabhängige Menschen führen ein Leben auf Messers Schneide, da sie nie wissen können, wie stark ihr Heroin gestreckt ist und die daher stets befürchten müssen an einer Überdosis zu sterben. Um hier schnell eingreifen zu können wurde in Aachen ein Konsumraum eingerichtet, in dem sich die Abhängigen ihr Heroin unter Aufsicht und hygienischen Bedingungen spritzen können. Angegliedert sind sinnvollerweise auch Hilfsangebote und eine Beratungsstelle.

Dies ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, da die Aachener Mehrheitsfraktionen zwar kein Problem mit Sonntagsöffnungszeiten für den Einzelhandel haben, aber Drogenkranke nur Montags-Freitags zwischen 10 und 13 Uhr geschützt konsumieren können.

Nun gibt es jedoch Überlegungen den Konsumraum durch einen "Drogenbus" zu ersetzen, um auch Drogenkranken in anderen Kommunen einen sicheren Konsum zu ermöglichen.

Grundsätzlich ist gegen eine Ausweitung des Angebots nichts einzuwenden, das darf aber nicht dazu führen, dass die Möglichkeiten für Drogenkranke, sich ihr Heroin unter hygienischen Bedingungen zu spritzen, noch weiter eingeschränkt werden. Denn diejenigen Heroinkonsument_innen, die nur alle paar Tage einen Schuss benötigen, sind nicht besonders gefährdet.

Benötigt wird ein Drogenkonsumraum, der 7 Tage die Woche und den ganzen Tag geöffnet ist, wie dies z.B. im benachbarten Heerlen der Fall ist. Als zusätzliches Angebot ist der "Drogenbus" sicherlich begrüßenswert.