Kronprinzenquartier: Linke gegen Trickserei beim sozialen Wohnungsbau!

Weniger Fläche als geplant und konzentriert in einem Wohnriegel?

Aachen, 27. August 2014

Marc BeusDie neue Vorhabenträgerin des Kronprinzenquartiers an der Beverstraße, die AUG. PRIEN Immobilien Projektentwicklungsgesellschaft mbH, hat anscheinend äußerst ‚spezielle‘ Vorstellungen von sozialem Miteinander in Wohneinheiten.

Anstelle einer Verteilung des 20%igen Anteils von Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen im gesamten Gebäudekomplex – wie ursprünglich vorgesehen – ist nun die ausschließliche Konzentration im sogenannten ‚Nordriegel‘ geplant.

„Das ist ein unwürdiges Geschacher, das zurzeit um den Anteil und die Platzierung von preiswertem Wohnraum im Kronprinzenquartier stattfindet“, kommentiert Marc Beus, planungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, die Forderungen des neuen Investors. „Der schattige Nordflügel soll zusätzlich wohl zugleich als ‚Lärmschutz‘ zur KiTa Mittendrin und Barriere zum öffentlich geförderten Wohnraum in der Goerdelerstraße dienen, um die teureren Wohnungen dadurch weiter aufzuwerten. Das widerspricht eklatant der Grundidee einer gesunden Durchmischung von Wohnquartieren und den Zielen einer modernen und sozialen Stadtplanung!“

„Darüber hinaus soll nun auch noch die Frage diskutiert werden, ob sich der 20%-Anteil preiswerten Wohnraums auf die Gesamtwohnfläche oder die Wohneinheiten bezieht“, wundert sich Fraktionsvorsitzender Leo Deumens. „Selbstverständlich wird die Gesamtwohnfläche bei der Berechnung zugrunde gelegt. Ansonsten würden Investoren, aufgrund der flächenmäßig wesentlich kleineren geförderten Wohnungen, deutlich unter der 20% Marke bleiben.“

Für Die Linke steht fest, dass den Forderungen des Investors entschieden entgegengetreten werden muss.

Enttäuscht zeigt sich die Fraktion, dass – trotz aller Lippenbekenntnisse zum öffentlich geförderten Wohnraum im Aachener Stadtrat und den Fachausschüssen – nun ernsthaft über das unverschämte Anliegen des neuen Investors im Planungsausschuss diskutiert werden soll.