Verkaufsoffene Sonntage: Brief an Oberbürgermeister

Linke fordert gleichberechtigten Dialog mit Gewerkschaft und Kirchen

Aachen, 24. Januar 2014

Ellen Begolli   Foto: Andreas Schmitter/AachenWährend Gewerkschafts- und Kirchenvertretern lediglich die Gelegenheit einer schriftlichen Stellungnahme eingeräumt wird, laden Oberbürgermeister und MAC (Märkte- und Aktionskreis Aachen) die Fraktionsspitzen zum Ende eines jeden Jahres ins Rathaus zum Dialog über die verkaufsoffenen Sonntage des Folgejahres. Die Linke sieht darin eine Ungleichbehandlung zwischen den Befürwortern und Gegnern beim Thema ‚Verkaufsoffene Sonntage‘. In einem offenen Brief bittet sie aus diesem Grund den Oberbürgermeister, dass er der ‚Allianz für den arbeitsfreien Sonntag‘ die gleiche Möglichkeit des Gedankenaustauschs mit den Fraktionsvorsitzenden bei einer Zusammenkunft im Aachener Rathaus bietet.

„Wir kritisieren seit Jahren, dass die Einwände von ver.di und Kirchenvertretern im Rat der Stadt Aachen keinerlei Berücksichtigung finden“, ärgert sich Ellen Begolli, die als ehemalige Betriebsrätin im Einzelhandel genau weiß, dass die Arbeit der Beschäftigten auch ohne den Sonntag schon anstrengend genug ist. „Während die Gründe des MAC für die Ladenöffnungen an Sonntagen (‚Aachen teilt‘ oder ‚Aachen putzt‘) nun wirklich an den Haaren herbeigezogen sind, verweisen Gewerkschaft und Kirchen auf den Wert des freien Sonntags zur Erhaltung der Gesundheit und als Tag der Familie und sozialen Beziehungen.

In der Abwägung zwischen ‚kommerziellen Warenwerten und gesellschaftlich relevanten Werten hat sich auch das Bundesverfassungsgericht eindeutig zum arbeitsfreien Sonntag positioniert, aber selbst dies wird von einer Mehrheit im Rat ignoriert.“

„Leider hat auch die Novellierung des Ladenöffnungsgesetzes NRW – trotz vollmundiger Ankündigungen – nicht die erwünschten Veränderungen gebracht. Weiterhin liegt die Verantwortung bei den Kommunen“, kritisiert Andreas Müller, „dort müssen Umsatzinteressen der Ladenbesitzer und Belange der Beschäftigten bzw. Bedenken der Religionsgemeinschaften sorgsam gegeneinander abgewogen werden. In der Vergangenheit ist diese Waage leider nur sehr einseitig ausgeschlagen.“

 

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