Praktizierte Solidarität, die nicht missbraucht werden darf

Linke lobt Ehrenamtler*innen

Aachen, 3. Dezember 2015

SchülerlotseSeit 1986 wird am 5. Dezember der von den Vereinten Nationen eingeführte Internationale Tag des Ehrenamts begangen.

„Unzählige Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens wie die freiwilligen Feuerwehren, Katastrophenschutz, gemeinnützige Vereine, das gäbe es ohne freiwillig Engagierte nicht“, erklärt Helga Ebel, Vertreterin der Linken im StädteRegionstag, „Freiwilliges soziales Ehrenamt ist soziale Verantwortung, ist praktizierte Solidarität“.

„Wenn man sich anschaut, wieviele Menschen sich einsetzen, um den Flüchtlingen, die nach Aachen kommen, einen guten Start zu ermöglichen, dann verdient dies höchste Wertschätzung“, erklärt Ellen Begolli, Ratsfrau der Linken im Aachener Stadtrat, „wenn man aber auf der Gegenseite sieht, dass die Mitarbeiter*innen der Verwaltung trotz der ehrenamtlichen Hilfe, am Rande ihrer Möglichkeiten arbeiten, dann muss einem dies schon zu denken geben.“

Robert Schwedt, Sprecher der AG Soziales der Aachener Linken ergänzt, dass ehrenamtliches Engagement zu staatlicher Daseinsfür- und vorsorge zu befürworten ist - keinesfalls aber als Ersatz.  „Wenn - wie bei den Tafeln - mit dem Einsatz von Freiwilligen Menschen in Armut mit Abfällen der Wohlstandsgesellschaft abgespeist werden, geht das in Richtung Armenpflege wie im Mittelalter“.

„Die Schuld an diesen Zuständen dürfe man natürlich nicht den Ehrenämtlern zuschieben“, betont Leo Deumens, Fraktionsvorsitzender der Linken im Aachener Stadtrat, „Sie setzen bestehender Ausgrenzung und Einteilung nach ökonomischer Verwertbarkeit des Menschen als Humankapital viel entgegen.“