Eine Sozialwohnung ist eine Sozialwohnung ist eine Sozialwohnung!

Aachen, 19. November 2018

Marc Beus   (Foto: Andreas Schmitter/Aachen)Der geförderte Wohnungsbau („sozialer Wohnungsbau“) ist eine wesentliche Maßnahme, die gegen das Problem der immer teurer werdenden Mietwohnungen angewendet wird.

In Aachen müssen Investoren zurzeit 40% der Wohnungen in einem neuen Gebäude nach den Richtlinien des öffentlich geförderten Mietwohnungsbaus errichten.

Das bedeutet für den Investor, er kann diese Wohnungen bis zum Auslaufen der Bindungsfrist nur preisgebunden vermieten. Allerdings wird ihm im Gegenzug für diese Bindung auch einiges geboten. Große Zinsvorteile über die staatliche KFW – Bank sind eine Art der Subventionierung. Der wesentliche Impuls aber ist die begrenzte Bindungsfrist. Diese Frist läuft in der Regel nach 15 bis 20 Jahren aus.

Nach Ablauf der Bindungsfrist sind diese, dann ehemaligen „Sozialwohnungen“, dem freien Spiel der Kräfte des Wohnungsmarktes ausgesetzt. Die Mieten können zwar nicht beliebig angehoben werden, aber Mietpreissteigerungen von 15 oder 20 Prozent sind durchaus möglich. Außerdem ist ein Verkauf der Wohnungen an andere Gesellschaften oder an Privatleute gängige Praxis. Für jeden verbliebenen Mieter eine unzumutbare und in den allermeisten Fällen teure Veränderung steht mit dem Ende der Preisbindung im Raum.

Im Grunde ist der geförderte Wohnungsbau eine mehr oder wenig gut versteckte Förderung der Wohnungswirtschaft.

Wenn eine Wohnung mit Steuermitteln gefördert errichtet worden ist, sollte diese Wohnung unbefristet als preisgebundene Wohnung erhalten bleiben!

Insbesondere vor dem Hintergrund des massiven Wegfalls von preisgebundenen Wohnungen in den kommenden Jahren. Allein in Aachen steht zu befürchten, dass in den nächsten zehn Jahren von den heute noch vorhandenen 10.000 „Sozialwohnungen“ die Hälfte wegfallen wird. Dabei haben ca. 50% der Menschen in Aachen (theoretisch) das Recht in einer preisgebundenen Wohnung zu leben. Von den in Aachen knapp 140.000 vorhandenen Wohnungen müssten also 70.000 Wohnungen preisgebunden sein.

Hier ist eine große Anstrengung auf allen Ebenen notwendig, wollen wir das Rad in diese Richtung drehen. Auf geht’s!