Steigende Mietpreise verschärfen die soziale Spaltung in Aachen

Aachen, 27. September 2019

Der aktuelle Wohnungsmarktbericht dokumentiert es schwarz auf weiß – Wohnen in Aachen ist für immer weniger Menschen bezahlbar. Die zahlreichen neuen Wohnhäuser, die in den letzten Jahren gebaut wurden, entschärfen das Problem nicht. Sie bieten vor allem Wohnraum für Besserverdienende.

Neuer öffentlich geförderter Wohnraum entsteht vorwiegend in den Stadtvierteln, in denen nahezu jede/r Zweite in Armut leben muss. Das Kapitel „Kleinräumige Analyse des Mietwohnungsmarktes“, in dem untersucht wird, inwieweit der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zur Verdrängung von finanziell schwächeren Menschen an den Stadtrand bzw. zur Konzentration in bestimmte Stadtviertel führt, ist neu im Bericht. Anstoß für diese Analyse war ein Antrag unserer Fraktion vom Januar 2018.

„Das Ergebnis ist ebenso eindeutig wie erschreckend: Sag mir wo du wohnst und ich kenne deinen sozialen Status“, fasst Ellen Begolli, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion zusammen, „eine furchtbare und nicht hinnehmbare Entwicklung!“

Viele Investoren haben in der Universitätsstadt Aachen außerdem das Renditemodell „Mikroapartments“ entdeckt. „Da sich das Studierendenwerk in Aachen nicht durch Engagement in der Wohnraumschaffung auszeichnet, müssen Studierende auf dem freien Wohnungsmarkt häufig tief in die Tasche greifen“, ergänzt der planungspolitische Sprecher Marc Beus. „Der hohe Mietpreis führt immer mehr zu der Frage, ob man sich ein Studium überhaupt noch leisten kann.“

„Die Stadt muss endlich wieder selbst und gemeinsam mit der gewoge bezahlbaren Wohnraum schaffen und auch das Studierendenwerk in die Pflicht nehmen, endlich zu handeln anstatt nur zu verwalten. Das ist viel zu lange versäumt worden“, stellt Fraktionsvorsitzender Leo Deumens fest. „Alle kommunalen Steuerungsinstrumente müssen konsequent zur Anwendung kommen!“