Festliches Tafeln oder die Tafel zu Weihnachten

Aachen, 17. Dezember 2021

Leo Deumens (Photo: Andreas Schmitter)Für viele ist Weihnachten ein Fest der Freude und der Begegnung. Im Familien- und Freundeskreis wird gemeinsam gegessen und gefeiert. Viele Arbeitnehmer*innen erhalten zum Jahresende eine Sondervergütung, das sogenannte Weihnachtsgeld, von dem zusätzlich auch der ein oder andere lang gehegte Wunsch in Erfüllung gehen kann. Im kalten Hartz-IV-System ist eine weihnachtliche Sonderzuwendung, im Gegensatz zur früheren Sozialhilfe, jedoch nicht mehr vorgesehen. Immer mehr Menschen mit wenig Geld sind auch in dieser Zeit auf die Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten bei den Tafeln und auf Spenden angewiesen.

Die Aachener Tafel wurde vor über 20 Jahren gegründet, um kurzfristig Not zu lindern und ist inzwischen zur Dauereinrichtung geworden.

Wenn diese privat organisierten Hilfen ausfallen oder eingeschränkt werden müssen, zeigt sich das Elend einer unzureichenden staatlichen Daseinsvorsorge in besonderem Maße. Aktuell lässt dies in Aachen und Umgebung viele Menschen in der Vorweihnachtszeit verzweifeln, da der Betrieb der Tafeln aufgrund von Hochwasser oder Brandschäden ganz oder teilweise eingestellt werden musste.

Die Qualität von Regierungshandeln in einer sozialen Marktwirtschaft wird daran gemessen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Angesichts der zunehmenden Anzahl von Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie bis zum Monatsende das Allernotwendigste sichern sollen, kann für das jahrzehntelange politische Versagen der (den) Bundesregierung(en) nur ein Armutszeugnis ausgestellt werden.

Die neue Bundesregierung darf keine Zeit verlieren, die auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. Das angekündigte Bürgergeld darf keine Fortsetzung der Hartz-IV-Gesetze sein. Neben Grundbedürfnissen, wie Essen und Wohnen, muss allen Menschen endlich wieder Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. Dazu gehört u. a. auch, dass Mobilität und Kultur kein unerschwinglicher Luxus bleiben dürfen, denn Leben ist mehr als die Sicherung des bloßen Existenzminimums!