Umstellung des Fördersystems – Linke im LVR als Einzige dagegen

Aachen, 16. Januar 2014

LVR-GebäudeZu Recht ist das Fachpersonal im KiTa-Bereich empört über das Vorgehen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) bezüglich der therapeutischen Einsätze in integrativen Kindertagesstätten.

„Vor einer Umstellung des Fördersystems für Kinder mit Handicap in Kitas muss sichergestellt werden, dass ein Nachfolgemodell ohne Qualitätsverlust etabliert ist. Alles andere ist verantwortungslos“, ärgert sich auch Georg Biesing, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion. „Hier soll ein funktionierendes System aufgegeben werden, obwohl es noch nichts anderes gibt. Das sorgt einmal mehr für Verunsicherung bei den Betroffenen.“

Die Linke hat in der Landschaftsversammlung gegen den Beschluss gestimmt – und zwar als einzige Fraktion“, wundert sich Andreas Müller daher angesichts der öffentlichen Erregung der anderen Fraktionen. „Das Thema ist ja auch nicht völlig überraschend auf die Tagesordnung gekommen, sondern spätestens seit Juli 2011 mit der in Kraft getretenen Heilmittel-Richtlinie stand fest, dass der LVR eine Vereinbarung im Interesse der Träger der integrativen Kitas mit den Krankenkassen verhandeln muss. Anscheinend wurde das längere Zeit versäumt.“

„Diese Untätigkeit und das jetzige Verfahren in ‚Hauruck-Manier‘ haben im Rheinland bei einzelnen Trägern bereits dazu geführt, dass erste betriebsbedingte Kündigungen gegen therapeutisches Personal ausgesprochen wurden“, ergänzt Ellen Begolli, personalpolitische Sprecherin der Fraktion.

In Aachen besteht ein breiter Konsens beim Thema Inklusion, deshalb verwundert das Abstimmungsverhalten der Aachener Vertreter von CDU, SPD und Grünen umso mehr.

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