Ausstellung „Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Ausschwitz“ nach Aachen holen

Matthias Fischer   (Foto: Andreas Schmitter)

Auschwitz steht weltweit für das Grauen eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Innerhalb weniger Jahre entwickelten die Nationalsozialisten eine Mordmaschinerie unvorstellbaren Ausmaßes.

Die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt hat nun beantragt, die Wanderausstellung „Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Ausschwitz“ nach Aachen zu holen. Die Ausstellung zeigt, wie mithilfe der technischen Erfahrung und der Produkte der Privatwirtschaft das industrielle Töten im Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau ermöglicht wurde.

„Gemeinsam mit den Ingenieurwissenschaftlichen Instituten der RWTH und der VHS Aachen soll begleitend ein Rahmenprogramm zu ‚Wissenschaft und Ethik‘ erarbeitet werden“, erläutert Renate Linsen-von Thenen, Mitglied der Fraktion beim ‚Runden Tisch gegen Rechts‘. „Aufbauend auf die Arbeit der ‚Wege gegen das Vergessen‘ bietet die Ausstellung eine gute Gelegenheit, die ethische Verantwortung der Wirtschaft und der Wissenschaft zu thematisieren“, ergänzt Matthias Fischer, Sprecher im Betriebsausschuss Theater/VHS.

Erst in der vergangenen Woche wurde eine weitere Tafel der dezentralen Aachener Gedenkstätte „Wege gegen das Vergessen“ am Justizzentrum neben dem alten Haupteingang am Adalbertsteinweg angebracht. Die VHS Aachen, die diese Erinnerungsarbeit inhaltlich und logistisch betreut und weiter ausbaut, ist der ideale Partner, um ein Rahmenprogramm zur o. g. Ausstellung zu erarbeiten.

„Die Erinnerung an die Verbrechen, die vor 80 Jahren mit den Novemberpogromen einen ersten Höhepunkt fanden, ist gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklung besonders wichtig“, ist Fraktionsvorsitzender Leo Deumens überzeugt. „Faschistisches und rassistisches Gedankengut ist erneut in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Täglich müssen wir in Parlamenten wie an Stammtischen Tabubrüche ertragen, die wieder zur Normalität zu werden drohen.“

Umso wichtiger ist es, die Erinnerungsarbeit immer wieder neu zu beleben und weiter zu entwickeln.

 

Antrag als pdf