Linke fragt nach – Was tut die Stadt gegen Immobilienspekulation im Suermondt-Viertel?

Aachen, 10. September 2014

Marc BeusSeit langem ist bekannt, dass fehlender preiswerter Wohnraum in Aachen ein immer schwerwiegenderes Problem wird. Nun ist ein neuer Skandal bekannt geworden.

Offenbar haben Spekulanten ganze Häuser im Suermondt-Viertel „entmietet“ und somit dem Wohnungsmarkt entzogen. In diesen Häusern befanden sich preiswerte Wohnungen.

Ziel dieses unsozialen Vorgehens ist es offenbar, an gleicher Stelle hochwertigen Wohnraum zu errichten und das Suermondt-Viertel nachhaltig zu verändern. „Dabei sind bereits durch den Bau des Aquis Plaza mehrere tausend Quadratmeter preiswerten Wohnraums vernichtet worden“, kritisiert Marc Beus, planungspolitischer Sprecher der Fraktion. „Ersatzweise darf der Investor teuren Wohnraum an gleicher und anderer Stelle errichten, was aber Menschen mit geringem Einkommen kein Stück weiter hilft!"

Am 04.09. sendete die WDR-Lokalzeit einen Beitrag über die aktuelle Entwicklung des Suermondt-Viertels. Im Beitrag hieß es, die Vorgänge seien der Stadtverwaltung bekannt.

„In der Angelegenheit haben wir uns mit einer Ratsanfrage an den Oberbürgermeister gewandt. Noch vor kurzem hieß es im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss zu unserem Antrag auf Einführung einer Zweckentfremdungsverordnung, Wohnungsleerstände seien in Aachen kein Problem und nun müssen wir erfahren, dass Spekulanten ein ganzes Viertel umkrempeln“, empört sich Andreas Müller.

„Wir wollen erfahren, wie viele Wohnungen betroffen sind und seit wann hier mit Leerständen spekuliert wird“, ergänzt Fraktionsvorsitzender Leo Deumens, „die Verwaltung soll zudem ‚Ross und Reiter‘ nennen, die Eigentümer der leerstehenden Häuser sind dort ja bekannt. Selbstverständlich interessiert uns auch, ob noch weitere Viertel in das Visier von Spekulanten geraten sind. Es kann doch nicht sein, dass die Politik solche Details einem Fernsehbericht entnehmen muss!“

 

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