Neuvergabe der Regionalstrecken – kein Grund zur Freude

Aachen, 18. Juni 2015

Dispolok ES 64 U2 047 (vermietet an Abellio) mit RB 40 der Abellio Rail in Bochum Hbf  (Foto: Spoorjan/CC BY-SA 3.0)Die Vergabe von gleich fünf Regionalstrecken auf einmal an Mitbewerber der DB Regio NRW ab dem Jahr 2018 sehen der Kreisverband Die Linke Aachen sowie die beiden Fraktionen im Aachener Stadtrat und im Städteregionstag äußerst kritisch. So war zu lesen, dass letztlich die Kosten über die Vergabe an National Express bzw. Abellio Rail NRW entschieden haben. „Leider wird dadurch klar, dass das geringere Lohnniveau bei den Mitbewerbern den Ausschlag gab. Die Entscheidung geht also zu Lasten der Beschäftigten der DB, die entweder ihren Job verlieren oder über kurz oder lang zu schlechteren Bedingungen arbeiten werden müssen“, so Dr. Christian Gengenbach, Sprecher des Kreisverbandes.

Es lohnt sich auch ein Blick auf die beiden Unternehmen, die in Zukunft unter anderem den NRW-Express (Aachen–Hamm/Abellio) und den Wupper-Express (Aachen–Dortmund/National Express) übernehmen werden. Dem niederländischen Mutterkonzern der Abellio Rail NRW wurde erst vor kurzem aufgrund von Korruptionsverdacht die Konzession für den Nahverkehr im benachbarten Limburg entzogen. National Express hingegen musste vor wenigen Jahren eine der Hauptfernstrecken auf dem britischen Heimatmarkt abgeben. „Auch ohne Fan der Deutschen Bahn und ihrer Nahverkehrsgesellschaften sein zu müssen, ist festzustellen, dass eine Vergabe der Hauptschlagadern des Nahverkehrs in NRW an beide Gesellschaften nicht unbedingt eine verbesserte Qualität verspricht“, so Harald Siepmann, Geschäftsführer der Linken im Städteregionstag.

Andreas Müller, mobilitätspolitischer Sprecher der Aachener Stadtratsfraktion ergänzt: „Die zwischenzeitliche Auslagerung des Rhein-Sieg-Express (Aachen–Siegen) vor einigen Jahren (an die sog. Heidekrautbahn) war verbunden mit einer Zunahme an Verspätungen. Zwar ist ein gewisser Druck auf die Deutsche Bahn notwendig. Dieser darf aber weder zu Lasten der Beschäftigten noch der Kunden gehen, die wahrscheinlich auch in Zukunft mit regelmäßigen Preiserhöhungen rechnen müssen.“

 

Das Photo stammt von Spoorjan und wurde unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license veröffentlicht