Verbot sexistischer Werbung – MdB Hunko sichert Unterstützung zu

Aachen, 4. August 2016

Andrej Hunko   (Foto: Ute Haupts)Der Antrag der Fraktion Die Linke auf Erlass einer Werbemittelsatzung für Aachen, die sexistische Werbung verbietet, scheitert zurzeit leider noch an den fehlenden bundespolitischen Voraussetzungen.

„Die Verwaltung nutzt zwar sämtliche Möglichkeiten, Vertragspartner der Stadt dazu zu verpflichten sexistische Werbung jeglicher Art zu unterlassen, für ein generelles Verbot fehlt jedoch die gesetzliche Grundlage “, erklärt Ellen Begolli, Ratsfrau der Linken.

Im Hauptausschuss kurz vor der Sommerpause waren sich auch die anderen Fraktionen im Rat der Stadt Aachen einig, dass diese menschenverachtende Form der Werbung sich nicht auf den Schutz der Pressefreiheit berufen darf. Eine Beschlusserweiterung als Auftrag an die Stadtverwaltung, sich für eine gesetzgeberische Initiative auf Bundesebene einzusetzen, wollten sie jedoch nicht mittragen.

Aus diesem Grund hat sich Die Linke Stadtratsfraktion an ihren Aachener Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko gewandt.

„Die abwertende Darstellung von Frauen und ihre Reduzierung, sei es auf körperliche Merkmale oder auf Geschlechterrollen muss überwunden werden“, ist Hunko überzeugt, „denn Werbung reflektiert immer auch die Normen, Werte und die Kultur einer Gesellschaft und da gibt es deutliche Unterschiede innerhalb Europas. Während z.B. in nordeuropäischen Ländern die Gleichberechtigung der Geschlechter auch in der Werbung dominiert, wird in Deutschland viel häufiger noch ein antiquiert geglaubtes Rollenbild der Frau gezeichnet.“

Ratsfrau Ulla Epstein, ergänzt: „Das Frauenbild, das bis zu den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts unsere Gesellschaft – vor allem jedoch die Mädchen und Frauen prägte, wird seit Jahren immer unverhohlener auch in Parteiprogrammen wiederbelebt, insbesondere am rechten Rand und darüber hinaus. Wir sehen diese Entwicklung mit großer Sorge!“

Andrej Hunko unterstützt die Initiative „Für einen bundesweiten Aktionsplan gegen Sexismus“ der Frauenpolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag, Cornelia Möhring.