Nach Apothekenschließung: Linke fordert entschlossenere Maßnahmen für die Innenstadt

Aachen, 12. Juli 2019

„Karlsapotheke (Photo: Peter Tritthart (Wikipedia), CC BY-SA 3.0)Zur Schließung der Karls-Apotheke am Aachener Markt nach 404 Jahren erklärt die Bundestagsabgeordnete Sylvia Gabelmann, die Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion Die Linke und selbst gelernte Apothekerin ist: „Dass jetzt die Karls-Apotheke als älteste und traditionsreichste Apotheke Aachens schließen muss, schmerzt mich als ehemalige Aachenerin. Im Apothekerkammerbezirk Nordrhein hat mehr als jede 10. Apotheke allein in den vergangenen 8 Jahren für immer geschlossen, viele weitere sind von der Schließung bedroht.“

Ihr Aachener Fraktionskollege, Andrej Hunko, ergänzt: „Die Schließung einer der bekanntesten Apotheken der Stadt ist nur ein besonders auffälliges Beispiel, Dutzende andere sind bereits verschwunden. Kranke brauchen aber in ihrer Nähe und auch mitten in der Innenstadt Apotheken, in denen sie beraten werden und die sie in Notfällen auch nachts und am Wochenende erreichen können.“

Gabelmann macht dafür die Politik der letzten Bundesregierungen verantwortlich: „Politikerinnen und Politiker wie Ulla Schmidt, Jens Spahn und Karl Lauterbach haben unter anderem dem Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln Tür und Tor geöffnet und es damit den ortsansässigen Apotheken schwer gemacht.“

„Aachen braucht dringend ein Gesamtkonzept, wie die kleinen inhabergeführten Läden in der Innenstadt unterstützt und gehalten werden können“, meint Leo Deumens, Fraktionsvorsitzender der Linken im Aachener Stadtrat. „Der Verlust attraktiver Geschäfte in der Innenstadt greift immer weiter um sich und steckt immer mehr Straßen an. Dem darf die Stadt nicht weiter so zögerlich begegnen.“

 

Das Photo stammt von Peter Tritthart und wurde unter Creative-Commons-Attribution-Share-Alike-3.0 Unported-Lizenz veröffentlicht